Das am 1. Juni 2000 vollständig eröffnete Christophorushaus in Trägerschaft der heutigen Evangelischen Kirchengemeinde Bobbau-Wolfen-Nord befindet sich in der Plattenbausiedlung Wolfen-Nord, einem einstigen sozialen Brennpunkt mit früher 34.000 und heute nur noch rund ca. 7.000 Einwohnern. Das Gemeinde-und Familienzentrum beherbergt auch eine evangelische Kindertagesstätte und den Jugendmigrationsdienst (beide in Trägerschaft der Diakonie). Es bietet Raum für Bildungs- und Freizeitinitiativen und ist Anlaufstelle für kirchliche wie nichtkirchliche Gruppen aus der gesamten Region. Das Christophorushaus ist anerkanntes Familienzentrum des Landes Sachsen-Anhalt.
 

Als 1995 der Gemeindekirchenrat der Friedensgemeinde den Beschluss fasste, mögliches Geld von der Landeskirche nicht zur Erweiterung der Friedenskirche zu verwenden, sondern eine leer stehende Kindertagesstätte in Wolfen-Nord zu übernehmen, war das ein großes Wagnis und zugleich ein Zeichen der Zuversicht. Seit der Entstehung von Wolfen-Nord war es der sehnlichste Wunsch der Gemeinde, offene Türen für die 34.000 Menschen zu haben und am Wohl des Gemeinwesens mitzuarbeiten. Trotz zahlreicher Unwägbarkeiten und des Abrisses zahlreicher Blöcke in der Nähe des Hauses konnte 1996 eine Hälfte eröffnet werden. Unterstützung erhielten die Initiatoren von zahlreichen Einzelpersonen, von der Evangelischen Landeskirche Anhalts, der Union Evangelischer Kirchen, der Diakonie, der Stadt Wolfen, dem Landkreis Bitterfeld und dem Land Sachsen-Anhalt.

Im Rahmen des EXPO-2000 Korrespondenzstandortes wurde das Christophorushaus weiter umgebaut, so dass im Mai 2000 darin auch eine evangelische Kindertagesstätte (bis 2019 in Trägerschaft der Kirchengemeinde) und am 1. Juni des gleichen Jahres das Gemeinde- und Familienzentrum öffnen konnte.
 

Vielfältige Begegnungen, Feste, Konzerte, Gottesdienste, Familienfeiern, Beratungsstunden und andere Angebote sowie unterschiedliche Netzwerkprojekte (u.a. mit Spätaussiedlern) haben seither im Christophorushaus Wolfen-Nord stattgefunden. Dabei können Christen und Nichtchristen die Gegenwart Gottes spüren, ob es ihnen nun immer bewusst ist oder nicht. Besondere Höhepunkte sind zehn bis zwölf Familiengottesdienste zum Festkreis des Kirchenjahres, bei denen sich auch viele Eltern und Großeltern der Kindergartenkinder sowie Gäste aus der Nachbarschaft beteiligen. 2020 feierte das Christophorushaus Wolfen-Nord in kleinem Rahmen (Corona-Pandemie) sein zwanzigjähriges Bestehen.
 

2019 waren wir mit „Bühne frei“ Teil des Projekts „LAND:GUT 2019“ – https://landgut-kulturgut.de/. Dieses hat das Ziel, die Kultur in ländlichen Räumen unter Berücksichtigung der kulturellen Bedürfnisse vor Ort in den Blick zu nehmen, die regionale Identität und Eigeninitiativen zu unterstützen. Initiiert und durchgeführt wurde das Projekt vom Kulturbüro des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Gefördert wurde es von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das „Bundesprogramm Ländliche Entwicklung“.